Drei Bahnen im Vergleich: Sprühnebel, Pinselzüge, gleichmäßiger Auftrag

Grundieren: Spray, Pinsel oder Airbrush?

Grundieren ist der Arbeitsschritt, den man überspringen möchte und genau einmal überspringt. Auf blankem Kunststoff, Resin oder Metall findet Acrylfarbe keinen Halt – sie sitzt obenauf und geht beim ersten Spielabend an den Griffstellen wieder ab. Die Grundierung gibt der Oberfläche Zähne.

Spray: schnell und gleichmässig

Für eine ganze Einheit ist die Dose konkurrenzlos. Zwei Minuten, alles grundiert, keine Pinselstriche in den Vertiefungen.

Was du beachten solltest: 15 bis 20 cm Abstand, in kurzen Zügen sprühen statt draufhalten, lieber zwei dünne Durchgänge als einer satt. Und das Wetter zählt tatsächlich mit – bei Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit trocknet der Nebel schon in der Luft an und landet als raue, kreidige Schicht auf dem Modell. Zimmertemperatur und trockene Luft, dann passiert das nicht.

Zu den Colour Primern

Pinsel: für einzelne Modelle und den Winter

Drei Miniaturen im Januar in der Wohnung – dafür stellt man sich nicht in den Hof. Grundierung mit dem Pinsel dauert länger und will dünn aufgetragen sein, damit sie keine Details zuschmiert, funktioniert aber bei jedem Wetter und ohne Geruch im Treppenhaus.

Airbrush: die meiste Kontrolle

Wer eine Airbrush hat, grundiert damit am genauesten: dünne Schichten, kein Overspray im Zimmer, und der Winkel liegt in deiner Hand. Die Air-Primer sind bereits verdünnt und gehen direkt in den Becher.

Zu den Air-Grundierungen

Welche Farbe?

  • Schwarz: Schatten sitzen von selbst in den Vertiefungen, Kontrast von Anfang an. Farben darüber decken schlechter – Rot und Gelb brauchen mehrere Schichten.
  • Weiss: Farben leuchten, Gelb und Rot decken in einem Durchgang. Pflicht für Speedpaint. Verzeiht dafür keine schludrige Deckung.
  • Grau: der Kompromiss, mit dem man wenig falsch macht.
  • Farbig: Wenn die halbe Armee ohnehin Uniformblau trägt, ist die Uniformfarbe als Grundierung ein ganzer gesparter Arbeitsschritt.

Zenithal: Schattierung, bevor die erste Farbe drauf ist

Erst schwarz grundieren, dann von schräg oben mit Weiss oder Grau darüber – so, wie Licht von der Sonne käme. Oben liegt jetzt Weiss, unten bleibt Schwarz stehen, dazwischen ein Verlauf.

Dieser Verlauf arbeitet unter allem weiter, was du danach aufträgst. Besonders deutlich bei Speedpaint und Washes: Die Modelle bekommen Tiefe, ohne dass du eine einzige Schattierung von Hand gemalt hast.

Kurz gesagt

  • Ganze Einheit, brauchbares Wetter: Spray.
  • Einzelne Modelle oder Winter: Pinsel.
  • Airbrush vorhanden: Airbrush, mit Zenithal obendrauf.
  • Im Zweifel bei der Farbe: Grau. Bei Speedpaint: Weiss.
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